Gesundheit: Magenulkus in der Praxis

Gesundheit: Magenulkus in der Praxis

Unter einem Ulkus (Geschwür) versteht man einen tiefreichenden Substanzdefekt der Haut oder Schleimhaut. Der Defekt reicht so tief, dass er meist schlecht heilen und sich auch entzünden kann.1

Bei einem Magenulkus kommt es zu einer tief greifenden Beschädigung der Magenschleimhaut bzw. der Magenwand über die sogenannte Lamina muscularis mucosae (Schicht glatter Muskelzellen) hinaus. 2,3

 

 

Ursachen:4,5,6

 

·         Stressläsion (einmaliges Auftreten), zB. durch Sepsis, Schock, Traumata etc.

·         Missverhältnis zwischen protektiven Faktoren (Schleimbildung, Durchblutung) und schädigenden Faktoren (HCL - Salzsäure, Helicobacter pylori, Gallenreflux, Nikotinkonsum, Medikamente, psychischer/physischer Stress)
Helicobacter-pylori-Bakterien sind die häufigste/typische Ursache für einen Magenulkus.

·         genetische Disposition (Blutgruppe 0)

 

Aufgrund der Vielfältigkeit sollten die Ursachen genau von Ihrem Arzt untersucht werden. Da es bei einem Ulkus zu Notfällen wie Blutungen in den Darm oder Durchbruch von Magen oder Darm (Ulkusperforation) kommen kann, ist eine rechtzeitige Diagnose wichtig.7

 

Symptome:4

 

·         Epigastrische Schmerzen (Oberbauch betreffend, nach oder auch unabhängig von der Nahrungsaufnahme)

·         Übelkeit

·         Erbrechen

 

Ernährungsempfehlung bei Magenulkus8,9

·         Vollwertige Ernährung (leichte Vollkost)

·         Scharf gewürzte Speisen v. a. bei frischem Ulkus meiden

·         Kaffeekonsum minimieren

·         Ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse etc.)

Die folgende Tabelle zeigt eine entsprechende leichte Vollkost:

Bewegungsempfehlung bei Magenulkus9,10

Trainingsempfehlung:

·       Treiben Sie regelmäßig und ausdauernd Sport

Körperliche Bewegung bringt die Verdauung in Schwung.

 


 

1 Vgl. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, Ulkus, Online im Internet: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/lexikon/u/lexikon-ulkus.html, (06.07.2016)

2 Vgl. Krams, Matthias et al.; Kurzlehrbuch Pathologie, Georg Thieme Verlag, 2010, S. 231

3 Vgl. Fanghänel, J.; Linß, W. (Hrsg); Histologie, Zytologie, Allgemeine Histologie, Mikroskopische Anatomie, Walter de Gruyter, 1998, S. 182

4 Vgl. Hebgen, Eric; Checkliste, Viszerale Osteopathie, 2. Aufl., Haug Verlag, 2014, S. 308

5 Vgl. Spornitz, Udo M.; Anatomie und Physiologie - Arbeitsbuch, Springer Medizin Verlag, 2009, S. 180

6 Vgl. Lemmer, Björn; Brune, Kay (Hrsg), Pharmakotherapie, Klinische Pharmakologie, 14. Aufl., 2010, S. 140

7 Vgl. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, Gastroduodenales Ulkus, Online im Internet: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/lexikon/g/lexikon-gastroduodenales-Ulkus.html, (06.07.2016)

8 Vgl. Biesalski, Hans-Konrad et al. (Hrsg); Ernährungsmedizin, Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer, 3. Aufl., Georg Thieme Verlag, 2004

9 Vgl. Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz, Das Prinzip der leichten Vollkost, Online im Internet: http://www.ernaehrung.de/tipps/morbuscrohn/morbus13.php, (06.07.2016), S. 4-6

10 Vgl. Berufsverband deutscher Internisten,  Magengeschwür / Zwölffingerdarmgeschwür, Online im Internet: http://www.internisten-im-netz.de/de_magengeschwuer-zwoelffingerdarmgeschwuer-vorsorge-schutz_121.html, (06.07.2016)