Gesundheit: Praxistipps zu den häufigsten Krankheiten

In den kommenden Artikeln rund um Ihre Gesundheit erhalten Sie wertvolle Praxistipps zu den häufigsten Erkrankungen: Depression, Cholesterin, Magenulkus und Bluthochdruck. Die folgenden Seiten geben Ihnen einen Überblick über die Daten und Fakten zu diesen Erkrankungen.

 

Depression1,2,3

Bereits im Jahr 2013 wies die WHO (Weltgesundheitsorganisation) darauf hin, dass der Themenkreis psychische Gesundheit und psychische Störungen eine der gravierendsten Herausforderung für die Gesundheitspolitik in der Europäischen Region darstellt.

 

 

Je nachdem, welche psychische Störungen berücksichtig werden, ist jedes Jahr etwa ein Viertel bis ein Drittel der Bevölkerung betroffen. Am häufigsten sind es Depressionen und Angstzustände. Dennoch erhalten nur etwa 50% der Personen professionelle Hilfe und noch deutlich weniger erhalten angemessene Hilfe. Außerdem erkranken Frauen doppelt so häufig an Depression als Männer. Demgegenüber sind es die Männer, die häufiger Selbstmord begehen.

 

Dabei ist eine Depression kein Joch, das man sein Leben lang tragen muss, kein Schicksal, das man erdulden, und keine Strafe, die man abbüßen muss. Eine Depression ist heutzutage sehr gut behandelbar. Aufgrund der Vielfältigkeit sollten die Ursachen genau von Ihrem Arzt untersucht werden.

 

Cholesterin4,5

 

Cholesterin ist ein fettähnlicher Stoff, welcher im gesamten menschlichen Organismus vorkommt und zum Teil im Körper selbst (v. a. in der Leber) gebildet und zum Teil mit der Nahrung aufgenommen wird.

 

Der Österreichische Ernährungsbericht, welcher im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit erstellt wurde zeigte, dass mit zunehmendem Alter die Werte sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern anstiegen. Demnach weisen 30% der Frauen (51-60 Jahre) und 47,3% der Männer (51-64 Jahre) erhöhte Gesamtcholesterinwerte auf. Nur bei rund 17,2% der Frauen und 26,1% der Männer in diesem Alter konnten normale Werte gemessen werden.

 

Magenulkus

Ca. 2% der Bevölkerung sind an einem Ulkus (Geschwür) erkrankt. Dabei erkrankt jeder Zehnte mindestens einmal in seinem Leben an einem peptischen Ulkus. Männer sind dreimal häufiger betroffen als Frauen.6

 

Unter einem Ulkus versteht man einen tiefreichenden Substanzdefekt der Haut oder Schleimhaut. Der Defekt reicht so tief, dass er meist schlecht heilen und sich zudem entzünden kann.7

Bei einem Magenulkus kommt es zu einer tief greifenden Beschädigung der Magenschleimhaut bzw. der Magenwand über die sogenannte Lamina muscularis mucosae (Schicht glatter Muskelzellen) hinaus.8,9

 

Bluthochdruck

Bluthochdruck liegt vor, wenn mehrfach ein Blutdruck gemessen wird, der höher als 140/90mm Hg ist. Dadurch erhöht sich das Risiko an Langzeitschäden an diversen Organen, beispielsweise erhöht sich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das Drei- bis Fünffache.10,11

 

Die Ergebnisse der Österreichischen Gesundheitsbefragung im Jahr 2014 der von Statistik Austria im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheits- sowie der Bundesgesundheitsagentur durchgeführten Befragung zum Gesundheitszustand und Gesundheitsverhalten der österreichischen Bevölkerung liefert in Bezug auf die Erkrankung Bluthochdruck nachfolgende Ergebnisse. Insgesamt wurden 15.771 zufällig ausgewählte Personen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Bevölkerung in Privathaushalten ab 15 Jahren (hochgerechnet auf 7,2 Mio. Personen).12

Insgesamt sind ca. 21,1% der österreichischen Bevölkerung an Bluthochdruck erkrankt. Die Befragung zeigte, dass mit zunehmendem Alter die Häufigkeit der Erkrankung sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern anstieg. Demnach sind 49,4%-58,4% der Frauen (60-75 und mehr Jahre) und 49,4%-58,4% der Männer (60-75 und mehr Jahre) von Bluthochdruck betroffen.13

 

 


1 WHO Mental Health Atlas 2014, Online im Internet: http://apps.who.int/iris/bitstream/10665/178879/1/9789241565011_eng.pdf?ua=1&ua=1, (06.07.2016)

2 WHO Faktenblatt – Psychische Gesundheit, Online im Internet: http://www.euro.who.int/__data/assets/pdf_file/0012/216210/RC63-Fact-sheet-MNH-Ger.pdf, (06.07.2016)

3 Vgl. Giger-Bütler, Josef; Endlich Frei - Schritte aus der Depression, 4. Aufl., 2010, S. 15-16

4 Elmadfa I et al. Österreichischer Ernährungsbericht 2012. 1. Auflage, Wien, 2012, S. 197, Online im Internet: http://www.ages.at/fileadmin/AGES2015/Themen/Ernaehrung_Dateien/Ern%C3%A4hrungsbericht_2012.pdf, (05.07.2016)

5 Vgl. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, Cholesterin, Online im Internet: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/lexikon/c/Cholesterin.html, (05.07.2016)

6 Vgl. Ermann, Michael; Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Ein Lehrbuch auf psychoanalytischer Grundlage, Verlag W. Kohlhammer, 2007, 5. Aufl., S. 342

7 Vgl. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, Ulkus, Online im Internet: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/lexikon/u/lexikon-ulkus.html, (06.07.2016)

8 Vgl. Krams, Matthias et al.; Kurzlehrbuch Pathologie, Georg Thieme Verlag, 2010, S. 231

9 Vgl. Fanghänel, J.; Linß, W. (Hrsg); Histologie, Zytologie, Allgemeine Histologie, Mikroskopische Anatomie, Walter de Gruyter, 1998, S. 182

10 Vgl. Michael A. Weber, Ernesto L. Schiffrin, William B. White et al.; Clinical Practice Guidelines for the Management of Hypertension in the Community A Statement by the American Society of Hypertension and the International Society of Hypertension, 2014, Online im Internet: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24270181, (25.02.2015)

11 Vgl. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, Schlaganfall & Bluthochdruck, Online im Internet: https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/Schlaganfall_Bluthochdruck_LN.html, (06.07.2015)

12 Vgl. STATISTIK AUSTRIA, Gesundheitsbefragung 2014. - Bevölkerung in Privathaushalten im Alter von 15 und mehr Jahren. -  Hochgerechnete Zahlen. Erstellt am 10.11.2015. Online im Internet: http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/gesundheitszustand/chronische_krankheiten/index.html, (07.07.2016)

13 Vgl. Ebenda